Weißburgunder & Co machen Südtirol zum Weißweinland und sind die perfekten Begleiter einer spätsommerlichen Küche
BOZEN – Im nördlichsten Weinbaugebiet Italiens ist ein Wandel im Gange: Wurde Südtiroler Wein früher in erster Linie mit roten Rebsorten, allen voran Vernatsch, in Verbindung gebracht, so sind dort inzwischen die Weißweine auf der Überholspur. Schon seit einiger Zeit genießen sie einen hervorragenden Ruf und erfreuen sich reger Nachfrage, was sich jetzt auch in Zahlen niederschlägt: Mit dem Jahrgang 2008 haben die Weißweinreben die roten erstmals überrundet und machen nun etwa 54 Prozent der Anbauflächen aus. Gleichzeitig ist der Anteil an verkauftem Qualitätswein deutlich gestiegen. Die Veränderung geht mit einem kontinuierlichen Qualitätsstreben der Erzeuger – kreative Genossenschaften, dynamische Weingüter und begeisterte Winzer – einher, die auf die gestiegene Nachfrage reagieren und den Sortenspiegel anpassen.
Einer der Gründe für den weiter wachsenden, internationalen Erfolg von Südtiroler Weißweinen liegt sicher darin, dass sie in kulinarischer Hinsicht sehr kompatibel sind. Gerade an der Schwelle zwischen Sommer und Herbst, wenn die Abende wieder kühler werden und man sich auf etwas kräftigere Gerichte freuen kann, sind die ausdrucksstarken Südtiroler Weißweine ideale Begleiter zum Essen. Zu frischen Pfifferlingen oder Steinpilzen – nur kurz in der Pfanne geschwenkt – empfiehlt sich ein eleganter Weißburgunder oder Chardonnay aus Südtirol. Mit ihren Aromen von Äpfeln und Birnen sowie ihrer animierenden Säurestruktur sind sie aber ausdrucksstark genug, um auch etwas kräftigere Herbstgerichte – vom gegrillten Fisch im Südtiroler Speckmantel bis hin zu lauwarmem Linsensalat – ebenso kongenial begleiten zu können. Ein weiterer Klassiker der herbstlichen Küche, der Kürbis, findet im Sauvignon Blanc aus Südtirol eine formidable Ergänzung: Rassig und kraftvoll mit aromatischer Fülle und frischer Struktur passt er wunderbar zur Cremigkeit einer Kürbissuppe oder eines Risottos mit gebackenem Kürbis. Und zum herbstlichen Wildgeflügel, zum Beispiel Fasan mit getrockneten Aprikosen, kann es durchaus auch schon einmal ein trockener Südtiroler Gewürztraminer mit seiner konzentrierten, aber dank seiner feinen Säure nie zu üppigen, Aromenvielfalt sein.
Südtirol verdankt seine Vielseitigkeit der privilegierten Lage zwischen verschiedenen Welten. In kultureller, sprachlicher und klimatischer Hinsicht trifft hier deutsch auf italienisch, mediterran auf alpin und eben auch rot auf weiß. Die Jahrtausende alte lebendige Weinkultur – Südtirol ist die älteste Weinregion im deutschsprachigen Raum – profitiert vom Windschatten der Alpen, der warmen Meeresluft und den unterschiedlichen Höhenlagen. Internationale Weißweinreben haben hier seit 150 Jahren Tradition und Südtirols erstklassige, tiefgründige Weißweine finden gerade auch in Italien immer mehr Anklang. Wichtigster Exportmarkt ist seit langem Deutschland – vielleicht wegen der kulturellen Nähe, aber vor allem wegen der Vielfalt der kraftvollen und eleganten Weine.
Südtiroler Wein
Das Konsortium Südtiroler Wein ist die gemeinsame Plattform für den Südtiroler Wein. Region und Wein sind geprägt von der Symbiose aus alpinen und mediterranen Einflüssen. 98 Prozent des in Südtirol gewonnenen Weines sind als D.O.C. klassifiziert. Bei den Weißweinen sind es in erster Linie Weißburgunder, Chardonnay, Grauburgunder und Sauvignon Blanc, die neben dem Gewürztraminer Südtirol zu einer der führenden Weißweinregionen Italiens machen. Im Rotweinbereich reicht die Bandbreite von den autochthonen Rebsorten Lagrein und Vernatsch bis hin zu internationalen Klassikern wie Pinot Noir, Merlot und Cabernet Sauvignon.
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